Erneuter Krieg im Gaza-Streifen

Informationen zum Gazastreifen im Lexikon,

Karte auf Detailseite 2008/09


2014-06-12 Es begann nicht sehr spektakulär: im Westjordanland wurden drei jüdische Jugendliche entführt: Gilad Shaer, Naftali Frenkel und Eyal Yifrach. Seit der Entführung wurde der Süden Israels mit Raketen aus dem Gazastreifen beschossen. Hinter der Entwführung und dem Raketenbeschuss wird die Hamas vermutet. Die israelische Armee flog Luftangriffe gegen Trainingslager und Stützpunkte der Hamas im Gazastreifen. Im Westjordanland wurden mehr als 300 Palästinenser festgenommen. Die Stadt Hebron wurde militärisch abgeriegelt, weil dort die Entführten vermutet werden. Zwischenbilanzen
2014-06-30 Die drei Entführten wurden auf einem Feld, rund 20 Kilometer von Hebron entfernt, ermordet aufgefunden.
2014-07-01 Die drei Getöteten wurden beigesetzt. Israels Premier Netanjahu kündigte weitere militärische Schläge gegen Hamas-Zile im Gazastreifen an. Die Hamas erwiderte, wenn er Gaza den Krieg erkläre, öffne sich für ihn das Tor zur Hölle.
2014-07-03 Mutmaßliche Racheakte gegen Palästinenser; ein 16jähiger wurde verbrannt. Bodentruppen wurden Richtung Gaza verlegt.
2014-07-08 Massive israelische Luftschläge gegen Gaza: mindestens 15 Tote, etwa 100 Verletzte. Dabei sollen auch ranghohe Hamas-Aktivisten getötet worden sein.
Mobilisierung von 40.000 Reservesoldaten in Israel.
Beschuss von Jerusalem mit Raketen aus dem Gazastreifen.

2014-07-09  
550 Ziele im Gazastreifen wurden von der israelischen Luftwaffe angegriffen.
165 Raketen wurden von palästinensischer Seite auf Israel abgeschossen.
Im Gazastreifen soll es mindestens 51 Tote, mehr als 300 Verletzte geben.
2014-07-11 Weitere Todesopfer und Verletzte. Die UN-Menschenrechtskommission rief auf, die Rechte der Zivilbevölkerung zu respektieren.
2014-07-13    
1320 Ziele im Gazastreifen wurden von der israelischen Luftwaffe angegriffen.
800 Raketen wurden von palästinensischer Seite auf Israel abgeschossen.
Im Gazastreifen soll es mindestens 100 Tote, mehr als 1120 Verletzte geben.
2014-07-15 Israel verkündete eine einseitige Feuerpause, aber die Palästinenser schossen weiterhin Raketen auf Israel ab. Daraufhin nahmauch Israel die Luftangriffe auf den Gazastreifen wieder auf. 1000 Raketen auf Israel. 3000 Raketenstellungen der Hamas zerstört. 194 Tote, 1400 Verletzte.
Erster israelischer Toter.
2014-07-16 Israel forderte die Palästinenser auf, die unter Beschuss stehenden Gebiete im Gazastreifen zu verlassen. Nach Schätzungen der Hilfsorganisation "Save the children" sind mindestens 25.000 Kinder im Gazastreifen und im südlichen Israel durch die Angriffe traumatisiert. 214 Tote, 1600 Verletzte
2014-07-18 Beginn der Bodenoffensive gegen die Hamas: israelische Panzer rücken in den Gazastreifen ein, um das Tunnelsystem der Hamas zu zerstören.
Das Tunnelsystem
Im Gazastreifen wurden durch die Hamas hunderte von Tunneln gegraben. Sie verlaufen hauptsächlich im Grenzgebiet zu Israel und Ägypten, aber auch zwischen Häusern im Gazastreifen. Sie dienen als Transportwege für Waffen und Schmuggelgut, aber auch als Fluchtwege.

2014-07-20 Blutiger Angriff auf den Vorort Schedschaija: mindestens 100 Tote. Viele Verletzte, darunter auch viele Kinder. Bilanz palästinensischer Ärzte: 430 Tote seit 8. Juli.
2014-07-21 Israels Ministerpräsident Netanjahu kündigte weitere Aktionen an. US-Außenminister Kerry und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon reisten zu Gesprächen nach Kairo.
Die Zivilbevölkerung ist dem israelischen Beschuss schutzlos ausgeliefert; es gibt keine Bunker. Mindestens 85.000 Menschen haben Schutz in 67 Einrichtungen des Palästinenserhilfswerkes UNWRA gefunden.
575 tote Palästinenser, 25 tote Israelis.
2014-07-22 Aufgrund des Beschusses von Tel Aviv mit Raketen der Hamas stellte die US-Luftfahrtbehörde FAA den Flugverkehr nach Tel Aviv ein. 611 Tote, 3745 Verletzte.
2014-07-23 Weitere Fluggesellschaften, auch deutsche, fliegen Tel Aviv nicht mehr an.  
2014-07-24 Israelischer Granatenangriff auf eine UN-Schule in Beit Hanun, wo Zivilisten Schutz gesucht hatten. 15 Tote, mindestens 200 Verletzte. 746 Tote im Gazastreifen, 32 israelische Soldaten und drei Zivilisten. Mindestens 141.000 Menschen flüchteten in die 80 Schülen des Palästinenserhilfswerkes UNWRA.
2014-07-25 Israels Regierung lehnte den Plan von US-Außenminister Kerry für eine Feuerpause ab. 832 Tote im Gazastreifen, 33 israelische Soldaten und drei Zivilisten.
2014-07-27 Kurze Waffenruhe am Wochenende, die auf Vorschlag Israels von zwölf auf 24 Stunden verlängert werden sollte, was die Hamas ablehnte und erneut Raketen auf Israel abschoss. Über 1000 Todesopfer und 6000 Verletzte. 40 Prozent der Getöteten sind Kinder. Laut Aussage von Ashraf al-Qidra, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza, handelt es sich um 1032 Palästinenser, darunter mindestens 75 Prozent Zivilisten.
2014-07-29 Das einzige Elektrizitätswerk im Gazastreifen wurde von Granaten in Brand gesetzt und viel komplett aus Palästinenser und Israelis bezichtigten sich gegenseitig, die Geschosse abgefeuert zu haben. 1100 Tote, 6700 Verletzte im Gazastreifen. 53 tote israelische Soldaten und drei israelische Zivilisten.
2014-07-30 Luftangriff der israelischen Armee auf einen Markt in dem Vorort Schedschaja. 15 Tote, 150 Verletzte. Drei tote israelische Soldaten bei einer Explosion von Sprengfallen in einem Haus mit einem verborgenen Tunnel, 27 Verletzte.  
2014-07-31 Israel mobilisierte weitere 16.000 Reservisten.  
2014-08-01 Eine auf drei Tage geplante Waffenruhe wurde von Israel beendet, als bekannt wurde, dass ein israelischer Soldat (der 23-jähriger Leutnant Hadar Goldin) verschleppt wurde. Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, bestätigten die Gefangennahme, betonten aber, dass diese vor Beginn der Waffenruhe erfolgt sei.
Am 3. August wurde der Soldat für tot erklärt; nach einer Mitteilung der israelischen Armee ist er am 1. August zusammen mit zwei anderen Soldaten bei einem Selbstmordattentat ums Leben gekommen.
 
2014-08-03 Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben 31 Tunnel im Gazastreifen zerstört. Sie waren bis zu 30 Meter tief in den Boden gegraben, beinhalteten Nahrung und Waffen (auch Raketen), sogar Motorräder. Einige hatten Ausgänge auf israelischem Gebiet.
Da somit ein Ziel der israelischen Offensive erreicht wurde, begann das Militär mit dem Rückzug der Bodentruppen aus dem Gazastreifen.
In Rafah wurde eine UN-Schule beschossen: mindestens 10 Tote, 30 Verletzte. (Ziel des Angriffs waren drei Motorradfahrer der Palästinensergruppe "Islamischer Dschihad",  die in der Nähe der Schule unterwegs waren.
Seit dem 8. Juli wurden fast 1800 Palästinenser (überwiegend Zivilisten), 64 israelische Soldaten und drei Zivilisten getötet.
2014-08-10 Beschluss einer dreitägigen Feuerpause  
2014-08-13 Zwei Stunden vor Ende der Feuerpause schlug eine Rakete in Israel ein; es gab keine Schäden. Verhandlungen über eine Verlängerung der Waffenruhe verliefen ergebnislos.  
2014-08-19 In Kairo verhandelten Delegationen über eine dauerhafte Waffenruhe. Als neue Raketenbeschüsse erfolgten, zog Israel seine Vertreter ab, undie israelische Armee griff Ziele im Gazastreifen an.  
2014-08-20 Israel griff den Militärchef der Hamas, Mohammed Diab al Masri (mit dem Beinamen Deif - "der Gast"), an. Seine Frau und sein Sohn kamen dabei ums Leben; über sein eigenes Schicksal ist nichts bekannt.
2014-08-21 Gezielte Angriffe auf die Hamas-Führung: Tötung der Kommandeure Abu Schimala, Raed al-Attar und Mohammed Barhum in Rafah.
Die Kassam-Brigaden schworen Vergeltung.
Gesamtzahl der Toten seit Beginn der Kämpfe: 2071
Abfeuerung von 243 Raketen auf Israel.
2014-08-22 Die Vereinten Nationen beraten über politische Lösungen.
Israel rief weitere Reservisten zu den Waffen.
Gesamtzahl der Toten: 2080. Auf israelischer Seite 64 Soldaten und drei Zivilisten.
2014-08-27 Wieder wurde eine Waffenruhe vereinbart. Offenbar hatte der israelische Ministerpräsident Netanjahu selbst - ohne Beratung im Sicherheitskabinett - beschlossen. Tote Palästinenser: 2143, Verletzte: 11.100.
Tote israelische Soldaten: 64, tote Zivilisten: 6
2014-11-18 Blutiger Anschlag auf eine Synagoge im Stadtteil Har Not von Jerusalem: zwei Männer betraten mit einer Schusswaffe, einer Axt und einem Fleischermesser die Synagoge und attakierten die Betenden. Vier Männer (drei stammten aus den USA, einer aus Großbritannien) wurden getötet, sieben verletzt, ein Polizist starb später im Krankenhaus; die Mörder wurden von der Polizei erschossen.
Netanjahu kündigte einen Kampf gegen die Aggressoren an. Israelische Sicherheitskräfte demolierten bereits an nächsten Tag die Wohnung eines Plästinensers, der im Oktober mit seinem Auto an einer Straßenbahnhaltestelle in Jerusalem Wartende überfahren hatte.
  
2018-04-14 Massenproteste der Palästinenser an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel. Palästinenser protestierten gegen die Feierlichkeiten zur Staatsgründung Issraels im Jahr 1948. Bei den Versuchen, die Grenzanlage zu beschädigen oder zu durchbrechen, schritt die israelische Armee ein. Mindestens 500 Palästinenser wurden verletzt, einer getötet.
2018-04-21 Im Gazastreifen ander Grenze zu Israel verbrannten Palästinenser Reifen und warfen Steine. Bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten wurden zwei Palästinenser getötet.
2018-05-29 Abschüsse von mindestens 28 Geschossen aus Granatwerfern auf Israel. Angriffe der israelischen Luftwaffe auf drei militärische Stützpunkte der Islamischer Dschihad und Hamas.
2018-06-09 Angriff palästinensischer Demonstranten mit Steinschleudern auf israelische Sicherheitskräfte, die sich mit scharfen Schüssen und Tränengas wehrten. Fast 400 Verletzte.
2018-11-11 Bei einem Einsatz einer israelischen Spezialeinheit wurden sieben militante Palästinenser und ein israelischer Officzier getötet. Als Reaktion darauf feuerten Palästinenser mehr als 80 Raketen und Mörsergranaten auf Israel ab. Daraufhin beschossen israelische Kampfflugzeuge Ziele im Gazastreifen.

Bilanz

Im Juli 2015 zog die Deutsche Presse-Agentur eine schreckliche Bilanz:

Für die Bevölkerung zeigt sich keine Zukunftsperspektive. Der Wiederaufbau stockt, den örtlichen Machthabern gelingt keine funktionierende Verwaltung, die Arbeitslosigkeit liegt bei 42 Prozent. 39 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Viele Menschen sehen für sich und Ihre Familie keine Perspektive; ihr letzter Ausweg heißt Suizid, oft mithilfe von Rattengift, das preiswert und frei verfügbar ist.



Quellen

Haller Tagblatt 
2014-06-23,
2014-07-02, 04, 09, 10, 12, 14, 15, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 28, 29, 30, 31
2014-08-01, 02, 04, 11, 13, 14, 19, 20,  21, 22, 23, 28, 29
2014-11-19, -20
2015-07-09
2015-10-05
2018-04-14, -21
2018-05-30
2018-06-09
2018-11-13



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Stand: 18-11-18
Letzter Bearbeiter: J. Gierich
Datei: israel/israe_d3.htm