Kolumbien in der Sibilla-Egen-Schule

Zwischen Shakira, Bürgerkrieg und El Dorado - Spanisch-Schüler der Sibilla-Egen-Schule treffen im interkulturellen Austausch auf Künstler aus Kolumbien

Es ist immer spannend, wenn das Gelernte seinen Weg aus dem Klassenzimmer hinaus in den Alltag findet: so auch am 22. Oktober 2019 an der Sibilla-Egen-Schule in Schwäbisch Hall, wo die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe Besuch des kolumbianischen Fotografen José Arias Cano und seiner Schwester, der Theaterkünstlerin Schauspielerin Marialeon Arias, empfingen.

Graef und Arias Cano
Schüler beim Bilderansehen
Hans A. Graef und José Arias Cano haben gemeinsam die Fotoausstellung „Bilder aus Kolumbien“ konzipiert, die bis zum 20. Dezember 2019 an der Sibilla-Egen-Schule gezeigt wird. José Arias Cano (Mitte) erläutert in einem Vortrag den Schülerinnen und Schülern der Spanischkurse der Oberstufe an der Sibilla-Egen-Schule anhand seiner Fotografien Wissenswertes über Kolumbien.   


Ihr Besuch hatte auch einen Anlass: denn seit dem Elternabend am 14. Oktober ist in den Fluren des Schulgebäudes eine Ausstellung unter dem Namen „Bilder aus Kolumbien“ von Arias Cano zu sehen. Nun hatten Schüler und Lehrer die Gelegenheit, sich im direkten Austausch dem Land und seiner Geschichte zu nähern. In Begleitung des ehemaligen Lehrers Hans Graef, der bei der Konzeption der Fotostrecke mitgewirkt hat, präsentierten die Gäste verschiedene Facetten ihres Landes und standen den Schülern anschließend im persönlichen Gespräch für weitere Fragen und Erzählungen zur Verfügung: Was hat es eigentlich mit der Legende von El Dorado auf sich? Spielt der Kampf gegen Drogen in Kolumbien nach wie vor eine so große Rolle? Und welchen Stellenwert hat die indigene Bevölkerung des Landes?

Die Gegensätze, die für viele Länder Lateinamerikas nicht nur aus sozialer und wirtschaftlicher Sicht bezeichnend sind, prägen auch Arias Canos Bild von Kolumbien: Kulturelle Vielfalt, Lebensfreude und die Farbenpracht der Landschaft konkurrieren mit teils bedrückenden Darstellungen der Opfer des Bürgerkriegs, der eine Vielzahl von Menschen zu Vertriebenen und Heimatlosen gemacht hat. Seit mehr als 52 Jahren ist die innenpolitische Lage Kolumbiens angespannt und der bewaffnete Konflikt trotz des Friedensabkommens Ende 2016 noch nicht beigelegt. Dass die Konfrontation mit alltäglicher Gewalt zum Beispiel in Form von Gedichten auf künstlerische Weise von den Betroffenen aufgearbeitet wird, ließ die Schüler trotz kleinerer Sprachbarrieren beeindruckt zurück. Insbesondere die postergroße Fotografie eines Jungen aus Bogotá, der im Protest gegen Krieg und Korruption im Wechsel von Wind, Regen und Hitze stundenlang auf der Plaza Bolivar ausharrt, stimmte die Jugendlichen nachdenklich.

So fern die Situation Kolumbiens scheint, so hat das Treffen mit den Künstlern des Teatro Bogotá den Schülerinnen und Schülern an diesem Tag auch deutlich gemacht, dass hier wie dort junge Menschen für ihre Überzeugungen einstehen und sich gegen Missstände – seien sie nun ökologischer oder sozialer Natur – zur Wehr setzen.

Teile der Ausstellung können noch bis zum 20. Dezember 2019 an der Sibilla-Egen-Schule an Schultagen zu den Schulöffnungszeiten besichtigt werden.



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Stand: 2019-11-11
Letzter Bearbeiter: GIJ
Autorin: K. Link
Datei: schule/2019-20/19-10_kolumbien/kolumbien.html